Westkurve

 

Der Hintergrund des Fanclub Westkurve, erläutert von Präsident Dani Nater:
 
Ich war jahrzehntelang FCZ-Fan, hatte praktisch immer die Saisonkarte, war richtig angefressen. Doch irgendwann hatte ich genug vom FCZ, seinen teilweise blöden und gewalttätigen Fans, der Klubpolitik und Cillo Canepa. Irgendwann im April 2012, nach einer 1:5-Schmach im Letzi gegen den FCB, schmiss ich die Saisonkarte weg ... Die Fans verhielten sich völlig daneben und solidarisierten sich mit den FCB-Fans, welche sich nicht an die Route vom Bahnhof Altstetten in den Letzi hielten. Die Südkurve boykottierte das Spiel. Wegen "Fans" aus Basel, welche wenige Jahre zuvor den halben Letzigrund auseinander nahmen. Das war mit der Dummheit zuviel.
 
Ich brauchte den Fussball jedoch und überlegte mir, welchen Verein ich künftig unterstützen sollte. Der FC Winterthur war ein Kandidat, weil ein cooler Klub mit cooler Führung und coolen Fans. Ich wohnte damals in Wiesendangen und die Schützi war nah. Aber irgendwie passte es nicht. Da ich die Stadt Zürich liebe und da einen Verein "aussuchen" wollte. Plötzlich kam mir in den Sinn, dass ich vor Jahrzehnten nebst dem FCZ auch die Young Fellows-Spiele besuchte. Und den seinerzeitigen Aufstieg unter Willy Sommer in die 1. Liga erlebte. Das war lange her, ich konnte mich nicht mehr richtig erinnern, warum mir YF schon damals ans Herz wuchs.
 
Also entschied ich mich, am 9. Juni 2012 das letzte Meisterschaftsspiel in der "alten" 1. Liga zwischen dem SC YF Juventus Zürich und dem FC Gossau SG zu besuchen. YF stand als Aufsteiger in die neu gegründete "1. Liga Promotion" (heute Promotion League) fest und demontierte die St. Galler mit 8:1. Anschliessend feierte man den Aufstieg. Dann entdeckte ich einen alten Bekannten aus FCZ-Zeiten, Salvatore Andracchio. Er feierte nicht gross mit und freute sich innerlich. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm und stellte feste, dass er ein feiner Kerl ist, der sich freute, dass sich jemand für YF Juventus interessierte ...
 
Für mich war nun klar: YF Juventus ist mein neuer (und alter) Verein. Als die Saison 2012/2013 losging, nahm ich einige Kollegen (vor allem Kollegen aus dem Geschäft) mit an ein Freundschaftsspiel gegen den FC Luzern aus der Super League, damals mit Murat Yakin als Trainer. Und YF spielte so geil, es war kein Klassenunterschied zu sehen, das Schlussresultat lautete 3:3. Alle meine Kollegen waren begeistert und somit gründete ich den YF Juventus Fanclub Westkurve. Weil wir im Juchhof im Westen, also zwischen Fussballplatz und Kuhweide, standen.
 
Der kleine Fanclub umfasste zu besten Zeiten rund 10 Leute, einige kamen jedoch irgendwann nicht mehr, wegen anderen Verpflichtungen. Aber ein harter Kern entwickelte sich daraus, daher ist für mich der YF Juventus Fanclub Westkurve zwar der wahrscheinlich kleinste, aber tollste Fanclub der Welt. Wir sind mit Leidenschaft dabei, besuchen nach Möglichkeit jedes Spiel, egal wann und wo und bei welchem Wetter. Darauf bin ich als Präsident des Fanclubs stolz. Wir sind auch immer laut, da wir mit unserem Traditionsverein meist in Unterzahl gegenüber den gegnerischen Supportern sind. Aber eben: Wir sind lauter und haben die schönste und grösste Fahne und das macht Spass :-) Und soll auch die Spieler antreiben. Jahrelang spielte man praktisch unter Ausschluss der Oeffentlichkeit. Aber dieser Verein, immerhin der drittstärkste in der grössten (und schönsten) schweizer Stadt, hat mehr verdient.
 
Auch jetzt, in der seit Bestehen des Fanclubs mit Abstand schwierigsten Saison von YF Juventus, sind wir mit Leib und Seele dabei und begleiten mit einem kleinen Trupp die Mannschaft auch ins Trainingslager nach Spanien. Um mit eigenen Augen zu sehen, dass sie gut trainieren :-)
 
Mein Motto: YF - susch gar nüt!