Ein
vor dem Spiel sehr verunsicherter Trainer Andracchio war gezwungen,
erneut ein dezimiertes Team auflaufen zu lassen. Beide Stamm-Torhüter
waren verletzt, zudem musste er auch auf den Abwehr-Chef Kohler
und den wertvollen Aufbauer Iuliano verzichten, und der junge Bunjaku
war in der RS und konnte nicht mittun. Und trotzdem zog man schlussendlich
doch siegreich vom Felde. Warum nur ? War der Gegner nicht mehr
jener FC Biel, welchen man letzte Saison zweimal bezwang, jedoch
stets sehr mühevoll? Nun, die Seeländer erwiesen sich
tatsächlich nicht mehr als das Team, kampfstark, wie man es
in Erinnerung hatte. Die Verteidigung erwies sich als wenig ballsicher,
das Mittelfeld war zu wenig in Bewegung und der Sturm entfaltete
sich lediglich als laues Lüftchen. Eigentlich fast unverständlich,
warum aus diesen wohlklingenden Namen, teilweise mit Nationalliga-Erfahrung,
kein schlagkräftigeres Ensemble formiert werden konnte. Oder
es lag an der Einstellung. Da war YF Juventus um einiges voraus.
Von Beginn an war eine "Jetzt erst recht"-Laune bemerkbar.
Dies obwohl noch einigen Akteuren das schwere Auswärtsspiel
vom Mittwoch in Grenchen (1:1) in den Beinen lag. Juniorentormann
Kolb ersetzte die verletzten Matan und Puzzovio nach bestem Können,
natürlich waren da noch einige Mängel an Routine auszumachen.
Ein grosses Spiel zeigte Passerini, der den abwesenden Abwehr-Chef
Kohler gut ersetzte. Saibou zeigte ebenfalls eine solide Leistung,
aber das tut er ja immer, wenn er sich auf das beschränkt,
was er wirklich kann und nicht den Fehler begeht, im eigenen Strafraum
zu dribbeln. Eine Offenbarung hingegen war De Donno. Er wird mit
jedem Spiel stärker und bildet heute eine willkommene Verstärkung
der Abwehr. Im Mittelfeld zeigte sich Teta einmal mehr als Chef,
hervorragend wie er aus der Abwehr in den Angriff wechselte und
gar einmalig sein Pass auf Bamba, welcher dann dass 2:0 bedeutete.
Im Sturm agierten Chassot und Bamba mit wechselndem Erfolg. Ersterer
ist eher derjenige, welcher den Angriff lanciert, Bamba war einmal
mehr der Vollstrecker, wenn er einmal antritt, ist er wohl nur durch
Foul zu bremsen.
Man darf aber den Erfolg gegen einen schwachen FC Biel bestimmt
nicht überbewerten. Zu oft noch waren vor allem Abspielfehler
(Ameti, Mbedi) zu beobachten. Und die Löcher, welche sich zwischen
Mittelfeld und Sturm präsentierten waren nicht zu übersehen.
Vergessen wir jedoch nicht, dass sich in der Mannschaft nicht weniger
als 10 neue Spieler (inkl. Auswechslungen) befanden, da kann man
kaum verlangen, dass bereits nach fünf Meisterschaftsspielen
alle Mechanismen vollständig funktionieren. Trainer Andracchio
hat also noch viel Arbeit vor sich, wir möchten ihm gönnen,
dass er auch bald wieder auf eine vollständige Mannschaft zählen
kann.
Ein erneuter Prüfstein wird sich am nächsten Samstag,
6. September um 15.00 Uhr auf dem Utogrund präsentieren. Dann
nämlich ist der Stadtrivale FC Red Star zu Gast, ein Aufsteiger,
welcher bis anhin sehr positiv überrascht hat. Für Spannung
ist gesorgt.
Männy Ermel
Presse-Chef YF Juventus
SC YF Juventus – FC Biel 3:0 (1:0)
Utogrund – 200 Zuschauer – SR: Johann
YF Juventus: Kolb; Cavgin, Passerini, Saibou, De Donno (80.Cianelli);
Franco, Teta,
Mbedj (88.Ljimani), Ameti (66.Huber); Chassot, Bamba
Biel: Meyer; R.Portmann, Von Felten, O.Portmann, Heiniger; Baumann,
Zanni, Menanga, Crnogorac (73.Hoy); Privitelli (48.Tonn), Vanrell.
YF Juventus ohne: Matan, Puzzovio, Bunjaku, Iuliano und Kohler,
alle verletzt.
Biel ohne Gueisbühler gesperrt Myrtai verletzt.
Gelbe Karten: 55. Vanrell reklamieren, 58. Zanni Foul, 61. Menanga
reklamieren,
68. Passerini Foul
10. Min. 1:0 Chassot, 62. Min. 2:0 Bamba, 88. Min. 3:0 Bamba
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