SC YF Juventus – FC Biel 3:0

 
Ein vor dem Spiel sehr verunsicherter Trainer Andracchio war gezwungen, erneut ein dezimiertes Team auflaufen zu lassen. Beide Stamm-Torhüter waren verletzt, zudem musste er auch auf den Abwehr-Chef Kohler und den wertvollen Aufbauer Iuliano verzichten, und der junge Bunjaku war in der RS und konnte nicht mittun. Und trotzdem zog man schlussendlich doch siegreich vom Felde. Warum nur ? War der Gegner nicht mehr jener FC Biel, welchen man letzte Saison zweimal bezwang, jedoch stets sehr mühevoll? Nun, die Seeländer erwiesen sich tatsächlich nicht mehr als das Team, kampfstark, wie man es in Erinnerung hatte. Die Verteidigung erwies sich als wenig ballsicher, das Mittelfeld war zu wenig in Bewegung und der Sturm entfaltete sich lediglich als laues Lüftchen. Eigentlich fast unverständlich, warum aus diesen wohlklingenden Namen, teilweise mit Nationalliga-Erfahrung, kein schlagkräftigeres Ensemble formiert werden konnte. Oder es lag an der Einstellung. Da war YF Juventus um einiges voraus. Von Beginn an war eine "Jetzt erst recht"-Laune bemerkbar. Dies obwohl noch einigen Akteuren das schwere Auswärtsspiel vom Mittwoch in Grenchen (1:1) in den Beinen lag. Juniorentormann Kolb ersetzte die verletzten Matan und Puzzovio nach bestem Können, natürlich waren da noch einige Mängel an Routine auszumachen. Ein grosses Spiel zeigte Passerini, der den abwesenden Abwehr-Chef Kohler gut ersetzte. Saibou zeigte ebenfalls eine solide Leistung, aber das tut er ja immer, wenn er sich auf das beschränkt, was er wirklich kann und nicht den Fehler begeht, im eigenen Strafraum zu dribbeln. Eine Offenbarung hingegen war De Donno. Er wird mit jedem Spiel stärker und bildet heute eine willkommene Verstärkung der Abwehr. Im Mittelfeld zeigte sich Teta einmal mehr als Chef, hervorragend wie er aus der Abwehr in den Angriff wechselte und gar einmalig sein Pass auf Bamba, welcher dann dass 2:0 bedeutete.
Im Sturm agierten Chassot und Bamba mit wechselndem Erfolg. Ersterer ist eher derjenige, welcher den Angriff lanciert, Bamba war einmal mehr der Vollstrecker, wenn er einmal antritt, ist er wohl nur durch Foul zu bremsen.
Man darf aber den Erfolg gegen einen schwachen FC Biel bestimmt nicht überbewerten. Zu oft noch waren vor allem Abspielfehler (Ameti, Mbedi) zu beobachten. Und die Löcher, welche sich zwischen Mittelfeld und Sturm präsentierten waren nicht zu übersehen. Vergessen wir jedoch nicht, dass sich in der Mannschaft nicht weniger als 10 neue Spieler (inkl. Auswechslungen) befanden, da kann man kaum verlangen, dass bereits nach fünf Meisterschaftsspielen alle Mechanismen vollständig funktionieren. Trainer Andracchio hat also noch viel Arbeit vor sich, wir möchten ihm gönnen, dass er auch bald wieder auf eine vollständige Mannschaft zählen kann.
Ein erneuter Prüfstein wird sich am nächsten Samstag, 6. September um 15.00 Uhr auf dem Utogrund präsentieren. Dann nämlich ist der Stadtrivale FC Red Star zu Gast, ein Aufsteiger, welcher bis anhin sehr positiv überrascht hat. Für Spannung ist gesorgt.

Männy Ermel
Presse-Chef YF Juventus

SC YF Juventus – FC Biel 3:0 (1:0)
Utogrund – 200 Zuschauer – SR: Johann
YF Juventus: Kolb; Cavgin, Passerini, Saibou, De Donno (80.Cianelli); Franco, Teta,
Mbedj (88.Ljimani), Ameti (66.Huber); Chassot, Bamba
Biel: Meyer; R.Portmann, Von Felten, O.Portmann, Heiniger; Baumann, Zanni, Menanga, Crnogorac (73.Hoy); Privitelli (48.Tonn), Vanrell.

YF Juventus ohne: Matan, Puzzovio, Bunjaku, Iuliano und Kohler, alle verletzt.
Biel ohne Gueisbühler gesperrt Myrtai verletzt.

Gelbe Karten: 55. Vanrell reklamieren, 58. Zanni Foul, 61. Menanga reklamieren,
68. Passerini Foul

10. Min. 1:0 Chassot, 62. Min. 2:0 Bamba, 88. Min. 3:0 Bamba

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